Verplantheit

Man ey! Eine Sache die das mehrwöchige Nach-Negativem-Versuch-Trauma (NNVT) so für mich bereit hält ist die totale Verplantheit. Vor allem in der Form, dass ich ständig zu spät bin, meine Schlüssel, meinen Geldbeutel oder sonst irgendein Kleinutensil suche oder gar liegen lasse. Ein Minimum an Konzentration verlangt echte körperliche und seelische Anstrengung. Mit einwenig Zusammenreißen ist es da nicht getan. Nix von wegen Flow und so. Stattdessen lass ich mich ruckzuck ablenken. 

Meistens alles ohne harte Konsequenzen. Irgendwie kriege ich immer noch die Kurve. Alles noch im Rahmen. Aber ich komme nur mit Mühe aus diesem Tran raus. Meine Motivation hält sich wirklich in zähen Grenzen und statt dessen geht meine ganze Energie in das Nachdenken über nichts geringeres als den bzw. meinen Sinn des Lebens und all solchen Kram. Nur das mir mein Alltag dafür kaum Zeit lässt. Man lebt ja schließlich nicht im Kloster mit Kräutergarten und Brot backen und so … oder wie auch immer es in einem Kloster so abläuft. Jedenfalls haben die bestimmt mehr Zeit zum Nachdenken über die großen Fragen des Seins als ich. Ich schweife ab.
 
Nu bin ich schon von Natur aus eine Trödelschnecke und ich war noch nie die Miss „mega-strukturiert“. Aber nach Jahren der intensiven Arbeit zur Herausbildung einer akzeptablen Persönlichkeit, mit mehr oder minder großem Erfolg ;), dachte ich den Dreh raus zu haben. Und meistens klappt es auch so einigermaßen. Aber in diesen NNVT-Phasen wird es zu einer Herausforderung und meine Trödelnatur kommt gnadenlos durch.
 
Zum Beispiel jetzt. Da steht spontan ein Termin in meinem Kalender. Dienstreise. Jetzt bis übers Wochenende. Schulung. „Out of Office“ in schnödem Outlook Jargon. Nagut. Der Termin steht da schon seit Woooochen. Und mein Kalender erinnert mich ebenfalls seit Woooochen an den Termin. Vorausschauender Weise habe ich den Tag der Anreise frei genommen, damit ich mich in Ruhe vorbereiten kann. Also in Ruhe Tasche packen, Unterlagen zusammen suchen, zum Bahnhof kommen etc. . Der Tag der Anreise kommt und läuft auch ruhig. Bis ich auf die Uhr schaue und denke … Verdammter Mist, jetzt hast du noch eine halbe Stunde zum packen und 20min um zum Bahnhof zu kommen. Also nix mit Ruhe. In letzter Sekunde wird alles in den Koffer geworfen, die Unterlagen zusammengekratzt, alles zusammen gequetscht  und ab geht’s zum Bahnhof. Ungeschminkt und fern der Heimat 😉 Verplanter geht’s bald nicht …
 
Wenn Euch also eine gehetzte, zerzauste, ungeschminkte und bepackte Reisende mit verwirrtem Blick in einem der  RB’s, RE’s, IC’s oder ICE’s entgegen kommt … könnte ich sein. Seid bitte nachsichtig mit ihr 🙂
 
Man kann sich das Leben auch unnötig schwer machen. Ich glaub ich versuchs mal mit der von Lina perfektionierten Pomodoro-Technik. Vielleicht hilft das! Die Krötenjagd gestern war ja schonmal ein von Erfolg gekrönter erster Schritt in die richtige Richtung 😉
 
Herzliche Grüße,
Eure verplante fraujanes

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Ein Gedanke zu “Verplantheit

  1. Wie gut ich deine Zeilen verstehe… Ein schönes Wochenende – mit den richtigen Klamotten in der Tasche. ; )
    (Lass mich wissen wenn du es ausprobiert hast, und ob Pomodoro auch für dich eine Geheimwaffe sein kann)

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